Überraschendes Saisonaus nach Niederlage in Mainz

Saisonende für die RED DEVILS Heilbronn: Nach dem überragenden 22:8-Sieg im Hinkampf gegen den ASV Mainz, der im Nachhinein am „Grünen Tisch“ in ein 18:12 umgewandelt worden war, unterlag der deutsche Vizemeister am Samstagabend beim Rückkampf in Mainz mit 11:17. Aufgrund des Punktegleichstands von 29:29 Zählern wurde als zweites Entscheidungskriterium die Anzahl der gewonnenen Kämpfe gewertet.

Auch hier gab es mit 10:10 einen Gleichstand. In diesem Fall besagen die Durchführungsbestimmungen der Bundesliga, dass die höhere Anzahl der Schultersiege, kampflosen Siege, Siege durch Disqualifikation, Über- oder Untergewicht sowie Aufgabe über Weiterkommen oder Ausscheiden entscheiden. Hier fiel das Ergebnis mit 3:2 für den ASV Mainz aus, was letztendlich das Ausscheiden der RED DEVILS bedeutete.

Auf der Suche nach Erklärungen, wie es überhaupt zu dem Gleichstand kommen konnte, findet man sich mit zahllosen Konjunktiven konfrontiert. Was wäre gewesen, wenn sich Christopher Kraemer nicht am Knie verletzt hätte? Hätten die RED DEVILS den entscheidenden Punkt mehr geholt, wenn sich Anatolii Buruian nicht vom 18-jährigen Ashot Shahbazyan einmal hätte auskontern lassen? Hätte Pascal Eisele beim Stand von 8:6 für seinen Gegner in den letzten 40 Sekunden anders ringen müssen, um nur einen statt zwei Punkte abzugeben? Hätte Patryk Dublinowski den Kampf gegen Johannes Deml anders angehen müssen? Und was wäre gewesen, wenn die Kampfrichter im letzten Kampf des Abends das Weltklasse-Duell zwischen Avtandil Kentchadze und dem Mainzer Timur Bizhoev nicht mit drei Passivitätspunkten gegen den Heilbronner Georgier entschieden hätten?

Vor allem Letzteres hatte Patric Nuding auf die Palme gebracht. „Einen Vizeweltmeister, der mehrere Angriffe startet, in einem Freistil-Kampf gleich dreimal passiv zu stellen und damit einen 3:2-Sieg seines Gegners zu ermöglichen, ist schon ein starkes Stück“, ärgerte sich der Headcoach der RED DEVILS nach dem Kampfende. „Aber natürlich müssen wir zu erst vor der eigenen Tür kehren. Wir haben schon vorher zu viele Punkte liegen lassen, weil der eine oder andere im Team nicht das Maximum abgerufen hat.“

Auch RED DEVILS-Chef Jens Petzold suchte den Grund für die Niederlage beim eigenen Team: „Wir haben heute einfach nicht gut genug gerungen. Deshalb hat Mainz heute verdient gewonnen.“

Trotz der suboptimalen Teamleistung wäre ein Weiterkommen wahrscheinlich gewesen, hätte sich Christopher Kraemer nicht direkt vor der Pause verletzt. Der amtierende Deutsche Meister krümmte sich nach 1:48 Minuten beim Stand von 3:0 für seinen Gegner Dawid Ersetic am Boden, versuchte wieder aufzustehen, konnte jedoch nicht mehr auftreten und musste von der Matte geführt werden. „Das ganze Bein tut tierisch weh und wir konnten noch nicht genau feststellen, ob es das Knie oder die Muskulatur ist“, sagte der Allgäuer, als er am späten Abend während der Mainzer Feierlichkeiten, auf seinen Teamkollegen Jan Zirn gestützt, aus der Kabine humpelte.

Die vier Siege für die RED DEVILS holten bei diesem letzten Saisonkampf Taimuraz Friev (9:4 gegen Wladimir Remel), der diesmal in die Freistil-Klasse bis 130 kg aufrückte, Anatolii Buruian (8:2 gegen Ashot Shahbazyan), Saba Bolaghi (8:0 gegen Niklas Dorn) und Frank Stäbler (Schultersieg gegen Wladimir Winter).

Ein fahler Nachgeschmack bleibt…

Foto: Taimuraz Friev überzeugte auch in der Klasse bis 130 kg. (Bild: Marcel Tschamke)

Kreuzbandriss bei Christopher Kraemer

Diese Nachricht macht das Ausscheiden der RED DEVILS Heilbronn aus den Playoffs umso bitterer: Christopher Kraemer hat im Kampf gegen den Mainzer Dawid Ersetic einen Kreuzbandriss erlitten. Der amtierende Deutsche Meister wird bereits morgen operiert und wird sehr lange ausfallen.

Foto: Christopher Kraemer (Bild: Marcel Tschamke)


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